Ein Kunde aus dem Handwerk meldet sich. Die Website ist fünf Jahre alt, sieht ein bisschen angestaubt aus, und er sagt: „Ich glaube, wir brauchen was Neues." Bevor wir auch nur einen Entwurf machen, schauen wir uns erst mal an, was wirklich los ist.
In diesem Fall: Die Seite hatte kaum organischen Traffic. Kein lokales SEO, kein Google Business Profil, keine Einträge in relevanten Verzeichnissen. Das Design war nicht das Problem. Das Problem war, dass ihn schlicht niemand gefunden hat.
„Nicht mehr zeitgemäß" ist meistens die falsche Diagnose
Das hören wir oft. Die Seite sieht nicht mehr frisch aus, der Wettbewerber hat eine neue, also muss man selbst auch eine neue haben. Nachvollziehbar – aber meistens der falsche Ansatz.
Optik ist selten der Grund, warum eine Website nicht liefert. Viel häufiger sind es drei andere Dinge: Die Seite wird gar nicht gefunden. Oder sie lädt zu langsam. Oder der Besucher weiß nach drei Sekunden nicht, was er als nächstes tun soll, weil kein klarer Call-to-Action da ist.
Ein frisches Design löst keines dieser Probleme. Es macht die Seite nur teurer.
Was wir uns zuerst anschauen
Bevor wir über Relaunch reden, wollen wir Zahlen sehen. Analytics, PageSpeed, aktuelle Rankings – das zeigt meistens schneller als jede Diskussion, wo der echte Engpass liegt.
Wenn die Grundstruktur stimmt, die Inhalte passen und die Seite technisch sauber gebaut ist, empfehlen wir fast immer gezieltes Optimieren statt Neubauen. Das ist schneller, günstiger und bringt in vielen Fällen mehr – weil man das Problem direkt angeht statt drumherum.
Ein Relaunch macht für uns Sinn, wenn die technische Basis wirklich kaputt ist. Oder wenn sich das Geschäftsmodell grundlegend geändert hat und die alte Seite das nicht mehr abbildet. Oder wenn die Seite so historisch gewachsen ist, dass Optimieren länger dauern würde als ein Neubau. Aber das ist seltener der Fall, als viele denken.
Was beim Handwerker wirklich geholfen hat
Statt eines Relaunches haben wir lokales SEO aufgesetzt. Google Business Profil eingerichtet und optimiert, die wichtigsten Verzeichnisse befüllt, die Seite auf lokale Keywords ausgerichtet. Keine neue Website, nur konsequent das gemacht, was gefehlt hat.
Nach drei Monaten hatte der Betrieb viermal mehr Anrufe über die Website als vorher. Die alte Seite. Mit einem neuen Fundament.
Das ist kein Einzelfall. Wir sehen es regelmäßig: Kunden, die einen Relaunch anfragen, deren eigentliches Problem aber woanders liegt. Manchmal ist es SEO, manchmal Ladezeit, manchmal ein einzelner Formularprozess, der nicht funktioniert. Ein Relaunch hätte das alles nicht automatisch behoben.
Die ehrliche Frage, die du dir stellen solltest
Bevor du in einen Relaunch investierst, lohnt sich eine einfache Frage: Weißt du, warum deine aktuelle Seite nicht das bringt, was du dir vorstellst? Nicht vermuten – weißt du es?
Merksatz
Was oft wie ein Optik-Problem aussieht, ist meistens ein Sichtbarkeits- oder Usability-Problem. Und das lässt sich in vielen Fällen lösen, ohne alles neu zu bauen.
Wenn die Antwort Nein ist, fang mit der Analyse an, nicht mit dem Redesign.
Erstmal analysieren lassen?
Wir schauen uns deine Situation an und sagen dir ehrlich, ob ein Relaunch Sinn ergibt.